Automobilkauffrau/-mann

Profil der beruflichen Handlungsfähigkeit

Automobilkaufleute arbeiten vorwiegend in Autohäusern, Automobilherstellern sowie in Betrieben der Kraftfahrzeugbranche.

Automobilkaufleute übernehmen kaufmännische und organisatorische Aufgaben im Kraftfahrzeughandel. Diese Aufgaben umfassen die Beratung von Privat- und Geschäftskunden und der Verkauf von Neu- oder Gebrauchtwagen. Hierbei unterbreitet er seinen Kunden Vorschläge zur Finanzierung, bereitet Kaufverträge vor, führt Fahrzeugzulassungen oder -abmeldungen durch und ist Ansprechpartner bei Garantie- und Gewährleistungsansprüchen. Auch der Verkauf von Kfz-Teilen und Zubehör sowie die Planung und Durchführung von Werbemaßnahmen gehören zu seinen Tätigkeiten.

Ein- und Verkaufen von Teilen und Zubehör, Dokumentieren und Kontrollieren von Warenlieferungen, Anwenden von Lagerwirtschaftskonzepten, Kalkulieren von Verkaufspreisen, Führen von Beratungs-, Verkaufs- und Reklamationsgesprächen unter Berücksichtigung der Werkstattprozesse im Rahmen des Kundendienstes, Bearbeiten von Gewährleistungs-, Garantie- und Kulanzanträgen, Planen, Durchführen und Bewerten von Marketingmaßnahmen, Einkaufen von Fahrzeugen über verschiedene Vertriebswege für den Fahrzeughandel, Bereitstellen von Fahrzeugen für den Fahrzeughandel, Vorbereiten und Vermitteln von Finanzierungs-, Leasing-, Versicherungs- und Garantieverträgen, Mitwirken bei der Personalbedarfsermittlung und der Personalbeschaffung, Planen des Personaleinsatzes, Ermitteln von Prämien und Provisionen, Vorbereiten von Entgeltabrechnungen, Unterstützen der kaufmännischen Planung, Steuerung und Kontrolle in den Geschäftsfeldern, Ermitteln und Beurteilen betrieblicher Kennzahlen sowie Aufbereiten für unternehmerische Entscheidungen.

1. – 15. Ausbildungsmonat:

Ausbildung im Betrieb und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen:

  • Teile und Zubehör organisieren und verkaufen
  • An Werkstattprozessen mitwirken und als Schnittstelle zwischen Handel und Werkstatt agieren
  • Kundendienst organisieren und Servicebereich unterstützen
  • Betriebliche Marketingaktivitäten planen und durchführen
16. – 36. Ausbildungsmonat:

Ausbildung im Betrieb und nach Bedarf in überbetrieblichen Lehrgängen:

  • Vertiefung und Erweiterung der Kenntnisse aus den ersten 15 Ausbildungsmonaten
  • Fahrzeughandel und -vertrieb unterstützen
  • Finanzdienstleistungsprodukte im Fahrzeughandel vorbereiten
  • Personalbezogene Aufgaben bearbeiten
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle unterstützen

Berufliche Tätigkeitsfelder

Automobilkaufleute arbeiten in Betrieben der Kraftfahrzeugbranche, vorwiegend in Autohäusern, bei Fahrzeugimporteuren sowie Automobilherstellern.

(Quelle: BIBB Bundesinstitut für Berufsbildung)

Ausbildungsdauer

Diese Ausbildung ist eine duale Ausbildung. Dies bedeutet, dass die Theorie in der Berufsschule und die Praxis im Betrieb vermittelt wird. Der Berufsschulunterricht findet an zwei Tagen in der Woche statt, an den restlichen drei Wochentagen erfolgt die betriebliche Praxis. Die Ausbildung ist auf drei Jahre angelegt, kann je nach Vorbildung auf zwei bis zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Empfohlen ist mindestens der Mittlere Schulabschluss.

Unterrichtsorganisation

Ausbildung in der Berufsschule in den Lernfeldern:

1. Ausbildungsjahr:
  • Den Betrieb präsentieren und die betriebliche Zusammenarbeit mitgestalten
  • Bestände und Erfolgsvorgänge erfassen und den Jahresabschluss durchführen
  • Teile und Zubehör beschaffen und lagern
  • Teile und Zubehör verkaufen
2. Ausbildungsjahr:
  • Werkstattaufträge entgegennehmen und kaufmännische Geschäftsprozesse organisieren
  • Neufahrzeuge disponieren und den Verkaufsprozess durchführen
  • Gebrauchtfahrzeuge disponieren und bereitstellen
  • Finanzdienstleistungen anbieten
3. Ausbildungsjahr:
  • Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
  • Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern
  • Wirtschaftliche Einflüsse auf unternehmerische Entscheidungen beurteilen und danach handeln
  • Kommunikationspolitische Maßnahmen gestalten

Welcher Abschluss wird erreicht?

Die Abschlussprüfung besteht aus zwei zeitlich voneinander getrennten schriftlichen Teilen und einer mündlichen Prüfung.

Der erste schriftliche Teil der Prüfung erfolgt zur Mitte des zweiten Ausbildungsjahres und wird mit 20% gewichtet. Gegenstand der Prüfung sind Kenntnisse in Warenwirtschafts- und Werkstattprozessen inklusive Kfz-Technik.

Der zweite schriftliche Teil erfolgt zum Ende der Ausbildung und umfasst die Bereiche Fahrzeugvertriebsprozess und Finanzdienstleistungen, Kaufmännische Unterstützungsprozesse, Kundendienstprozesse, Personalwesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Die mündliche Prüfung beinhaltet praxisbezogene Aufgaben, in welchen kundenorientierte Kommunikation simuliert, sowie Kenntnisse über Produkte und Dienstleistungen abgefragt werden.

Bei Bestehen der Prüfung vor der jeweiligen Kammer erhält man von dieser den Abschluss „Automobilkauffrau/-mann“

Rechtsgrundlagen

Rahmenlehrplan

Automobilkaufleute: Gute Chancen in der Automobilbranche (ARD alpha)