Zehn Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule in Dreieich reisten im Mai 2026 nach Istanbul, um gemeinsam mit türkischen Jugendlichen Start-up-Ideen weiterzuentwickeln und auf Englisch zu präsentieren. Die Fahrt war Teil des neuen Erasmus+-Dachprojekts „MainBosporus“, das den Austausch zwischen Dreieich und Istanbul langfristig stärken soll.
Dreieich/Istanbul. Eine Woche lang arbeiteten zehn Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule gemeinsam mit Jugendlichen des Kabataş Ticaret Mesleki ve Teknik Anadolu Lisesi in Istanbul an internationalen Start-up-Ideen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Geschäftsideen aus Deutschland an den türkischen Markt angepasst werden können.
Die deutschen Teilnehmenden hatten sich dafür zuvor am 4. März im Rahmen des „Pitch & Invest Day“ im Frankfurter Goethe-Unibator mit ihren Ideen qualifiziert. Ziel des praxisnahen Ideenwettbewerbs war es dabei, das Thema Unternehmensgründung nicht nur theoretisch aus dem Lehrbuch zu behandeln, sondern in einem professionellen Setting erlebbar zu machen. Nach den Prinzipien der modernen „Lean-Startup“-Methode hatten die Jugendlichen dafür intensiv an eigenen Geschäftsideen gearbeitet.
Der Höhepunkt war die Präsentation der fertigen Konzepte – ganz im Stil der bekannten TV-Show „Höhle der Löwen“. Am Goethe-Unibator, dem Startup-Inkubator der Goethe-Universität, traten die Teams vor eine echte Expertenjury und stellten sich den kritischen Fragen der Profis. Die Schülerinnen und Schüler kämpften dabei um ein fiktives Investment und verteidigten klickbare Webseiten, Prototypen und Businesspläne. Das direkte Feedback aus der Start-up-Welt bot den Jugendlichen einen unschätzbaren Einblick in die reale Wirtschaft.
Für die überzeugendsten Teams zahlte sich die harte Arbeit sogar doppelt aus, denn der Pitch war gleichzeitig das Ticket für den nächsten großen Schritt, bei dem die zehn ausgewählten Schülerinnen und Schüler nun im Rahmen des Erasmus+-Austauschs und der deutsch-türkischen Schulpartnerschaft nach Istanbul reisten.
In Istanbul wurden die Konzepte gemeinsam mit den türkischen Schülerinnen und Schülern weiterentwickelt. Dabei übernahmen die Jugendlichen vor Ort die Rolle lokaler Marktexpertinnen und Marktexperten. Sie unterstützten die deutschen Teams dabei, kulturelle Besonderheiten, Zielgruppen und Marktbedingungen in der Türkei besser einzuschätzen.
Beim abschließenden „Final Pitch“ präsentierten die binationalen Gruppen ihre Ergebnisse auf Englisch vor einer internationalen Jury. Dabei zeigten die Schülerinnen und Schüler nicht nur wirtschaftliches Denken und Kreativität, sondern auch, wie gut Zusammenarbeit über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg funktionieren kann.
Die Reise war Teil des neuen Erasmus+-Dachprojekts „MainBosporus“, mit dem die Max-Eyth-Schule ihre Zusammenarbeit mit Partnerschulen in Istanbul weiter ausbaut. Das Projekt verbindet verschiedene Fachrichtungen der Schule und ist als regelmäßiger, wechselseitiger Austausch angelegt. Bereits im Frühjahr 2026 hatte die Max-Eyth-Schule türkische IT-Schülerinnen und -Schüler in Dreieich empfangen. Gemeinsam arbeiteten die Jugendlichen an Projekten aus dem Bereich Game Development und besuchten unter anderem das Unternehmen Microsoft.
Neben der fachlichen Arbeit spielte auch der kulturelle Austausch eine zentrale Rolle. Die Jugendlichen erlebten Istanbul nicht nur als beeindruckende Metropole, sondern auch als Ort der Begegnung, an dem Unterschiede und Gemeinsamkeiten unmittelbar erfahrbar wurden. Im gemeinsamen Schulalltag, bei kulturellen Programmpunkten und in der Arbeit in binationalen Teams setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Perspektiven, Kommunikationsformen und Wertvorstellungen auseinander. Gerade diese Erfahrungen förderten gegenseitiges Verständnis, Offenheit und die Bereitschaft, kulturelle Unterschiede nicht als Grenze, sondern als Lernchance zu begreifen. Für die Jugendlichen wurde die Reise dadurch auch zu einem wichtigen Impuls für die eigene Persönlichkeitsentwicklung und die Reflexion persönlicher Werte.
Organisiert und umgesetzt wurde das Projekt durch das Erasmus+-Team der Max-Eyth-Schule. İsmail Gençyiğit initiierte und koordinierte das Dachprojekt „MainBosporus“ und baute die internationalen Schulpartnerschaften mit Istanbul weiter aus. Anıl Ünlü verantwortete die inhaltliche Vorbereitung der Start-up-Unterrichtsreihe und begleitete die fachliche Arbeit der Schülerinnen und Schüler. Tuğba Durmaz übernahm zentrale Aufgaben in der Erasmus+-Administration und wirkte maßgeblich an der Planung des kulturellen Programms mit.
Für die Max-Eyth-Schule ist „MainBosporus“ ein wichtiger Schritt in der internationalen Ausrichtung der Schule. Die Erfahrungen aus Dreieich und Istanbul zeigen, wie berufliche Bildung, fachliches Arbeiten und internationale Begegnung sinnvoll miteinander verbunden werden können. Die Fortsetzung des Austauschs ist bereits in Planung.
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